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Das verträumte Dorf Raas mit ca. 550 Einwohnern befindet sich im südlichen Teil des Hochplateaus auf einer Höhe von 824 m.
Das Dorf ist von Obstanlagen umgeben. Im Westen und im Süden fällt das Gelände ab und grenzt an den Brixner Talkessel bzw. an das „Neustifter Weingebiet”, wo die bekannten Weißweintrauben „Müller Thurgau” und „Sylvaner” gedeihen.
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Im Norden und Osten ist das Dorf von Föhrenwäldern und vom Hochmoor – Raier Moos – umgeben.
Das Raier Moos war ursprünglich ein großer See, der vom Herzog Friedrich im Jahre 1426 dem Kloster Neustift geschenkt wurde. Das Kloster besaß die Fischereirechte. Im Laufe der Jahrhunderte ist der Wasserstand sehr gesunken und mit Schilf bewachsen. Heute ist das Raier Moos ein Biotop und sehr wichtig für die Erhaltung vieler Arten von Flora und Fauna.
Ägidifeier
Obwohl der technische Fortschritt längst in das bäuerliche Leben eingezogen ist, halten die Raasner am Brauchtum der Brotspende bzw. der Brotverteilung am 1. September, am Tag des hl. Ägidius fest.
Um 1850 befand sich die
Kirche in Raas in großer Feuergefahr. Da gelobten die Raasner Bauern, jedes Jahr am
Ägiditag den Armen Brot zu spenden. Die Kirche wurde gerettet und die
Brotspende eingeführt. Dieser Brauch wurde lange Zeit aufrechterhalten. Doch mit der Zeit vermeinte man, nun sei es genug und hörte mit der Brotspende auf. Sofort kamen Missernten.
Da führte man die Kornspende nach einigen Jahren wieder ein. Seither wurde sie jedes Jahr durchgeführt, auch in den schweren Zeiten der großen Weltkriege, als die Bauern selbst zu wenig Brot hatten. Jeder Bauer gab einige Kilo Korn und jedes Jahr kam ein anderer an die Reihe das Brot zu backen. Nur alle 16 Jahre traf es denselben Bauer.
Von diesem Gebäck bekommt nun der Nachbar zuerst einige frische Brote, den sogenannten „Warmen Stoaß“. Jeder weitere Bauer erhält fünf Brote als „Koster“, der Messner 20, der Totengräber 30. Darüber hinaus darf der „Augidibauer“ eine schöne Anzahl der Brote für sich behalten, die er dann am Ägidiabend den Dorfleuten unentgeltlich serviert, wenn sie in seine Stube kommen, um richtig zu feiern.
Ab 1974 übernahm die örtliche Feuerwehr diesen Brauch der Brotverteilung. Heute gehen Sie von Haus zu Haus, um eine kleine Geldspende für den Ägidiustag zu bekommen.